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Talsperren im Wandel

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HeilandIm Kontext einer sich verändernden Welt sind auch Talsperren einem ständigen Wandel unterzogen.

Zum einen stehen in Betrieb befindliche Talsperren, insbesondere jene die vor Generationen geschaffen wurden, einem höheren Sicherheitsbedürfnis gegenüber. Dies erklärt sich sowohl durch die im Laufe ihrer Betriebszeit veränderte Besiedlungsstruktur ihres Umfeldes als auch durch neue technische und umweltrelevante Erkenntnisse, die eine Anpassung der Stauanlagen erforderlich machen.

Zum anderen führt der viel zitierte Klimawandel, ob nun von der Menschheit verursacht oder im Wesentlichen doch durch die Entfernung von der letzten Eiszeit bedingt, zu Hochwasserereignissen, bei denen die Leistungsfähigkeit der durch die Zivilisation eingeengten Flussgebiete in immer kürzer werdenden Zeiträumen überfordert ist. Künstliche Hochwasserschutzräume, geschaffen durch Talsperren und Polder, helfen Hochwasserkatastrophen zu verhindern oder zumindest zu lindern.

Erfreulicherweise findet ein Umdenken in Bezug auf den Einsatz erneuerbarer Energien statt, die sich technisch und wirtschaftlich im großen Maßstab nur durch den Ausbau der Wasserkraft realisieren lassen. Wasserkraft erfordert nutzbare Fallhöhen und Speicherkapazitäten. Das vorhandene Energiepotenzial eines Flusses und seine jahreszeitlichen Abflussschwankungen werden durch Talsperren optimal genutzt und ausgeglichen. Technische Innovationen im Staudamm- und Staumauerbau ermöglichen wirtschaftlichere Konzepte und garantieren einen zeitnahen Rückfluss der Investitionen durch die Energieerzeugung.

Zur Regelung des Stromnetzes, Speicherung von Energie aus Wind und Sonne und deren Umwandlung in Spitzenenergie erfahren Pumpspeicherkraftwerke zurzeit eine wahre Renaissance. Die ersten Anlagen dieser Art sind in Deutschland bereits in den 1920er Jahren entstanden. Deren Weiterentwicklung bis hin zu den heute üblichen modernen regelbaren Pumpturbinen ist das Produkt kontinuierlicher Forschung auf der Basis der Erfahrung von Generationen. Auch die durch Ringdämme künstlich geschaffenen Stauräume, sogenannte Oberbecken, und deren Abdichtung mit Asphalt sind eine deutsche Spezialität.

An erster Stelle der Aufgaben von Talsperren aber steht die Sicherung der Ressource Wasser, die Grundlage allen Lebens ist. Nichts auf der Welt ist so reichlich vorhanden wie Wasser, aber nur 2,6 % davon sind Süßwasser und davon sind wiederum zwei Drittel in Gletschern und in permanenten Schneemassen gebunden. Durch die Erderwärmung schmelzen diese natürlichen Süßwasserspeicher bedrohlich dahin. Der Anteil des ungenutzt den Meeren zufließenden Süßwassers nimmt ständig zu, bei gleichzeitig steigendem Wassermangel, besonders in den stark bevölkerten Deltaregionen. Ebenso bedeutend wie die Versorgung der Bevölkerung mit hygienisch einwandfreiem Trinkwasser ist die Bewässerung von Agrarflächen zur Sicherung der Nahrungsmittelproduktion. Eine nachhaltige Lösung kann nur durch die Schaffung zusätzlicher Speicherkapazität erreicht werden.

Deutschland und die Welt benötigen weiterhin Talsperren! Für uns Talsperrenfachleute und Wasserbauer bietet diese Entwicklung gute Möglichkeiten, unser Wissen und unsere Erfahrung über die Landesgrenzen hinaus zu tragen. Die Erfahrung deutscher Ingenieure im Neubau sowie in der Sanierung von Talsperren und Wasserkraftanlagen wird weltweit geschätzt. Das 15. Deutsche Talsperrensymposium, das in diesem Jahr vom 14. bis 16. April in der historischen Stadt Aachen veranstaltet wird, steht voll im Zeichen dieses Wandels. Lassen Sie sich durch die interessanten Fachbeiträge, die über laufende Projekte, den aktuellen Stand der Technik sowie planerische und bautechnische Innovationen berichten, und durch den direkten Kontakt mit der Fachwelt des Talsperrenbaus stimulieren, die mit dem Wandel verbundene Herausforderung anzunehmen.


Im Namen des DTK danke ich Ihnen für Ihr Interesse und wünsche allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern interessante und anregende Tage im schönen „Aquae Granni“.

 

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

Michael Heiland

Präsident Deutsches TalsperrenKomitee e.V.



Reisestipendium des DTK

Reisestipendium zum 85. ICOLD Meeting nach Prag